Dell Notebook, eine SSD und die Windows-Recovery-Hölle

Ich bin gerade dabei meinen Dell XPS 15 L502X so herzurichten, dass ich ihn verkaufen kann. Also im Großen und Ganzen wollte ich nur die Recovery DVD einspielen. Man möchte meinen das sollte kein Problem sein, Fehlanzeige.

Problem Nummer 1 war die nachträglich eingebaute 128 Samsung 830 SSD. Die Recovery-DVD habe ich nämlich mit eigebauten 500 GB Originalfestplatte erstellt, folglich wollte der Recovery-Prozess auch ein Speichermedium mit mindestens 500 GB, damit die Partitionen wiederhergestellt werden können. Na gut, bau ich halt das Original ein und zack, die Wiederherstellung läuft ohne Probleme durch.

Problem 1,5 war dann Windows 7 an sich, diese Update-installier-reboot-Orgie ist nicht auszuhalten.
Gefühlte 15 Stunden später hatte ich ein aktuelles Windows 7 System und konnte die HDD auf die SSD clonen.

Wo wir auch schon zu Problem 2 kommen. Samsung ist so nett, der SSD Norton Ghost 15 beizulegen. Man kann über Symantec sagen was man will, diese Software funktioniert, außer man versucht die Partitionen einer Dell-Installation zu clonen. Wie ich feststellen musste, handelte es sich bei der ersten 100 MB Partition nicht um die, wie bei Windows 7 übliche, system-reservierte (die mit dem ganzen Bootgeraffel), sondern um eine Dell-eigene OEM-Partition, was dazu führte, dass sich C:\ nicht mehr clonen ließ. Also ab in die Datenträgerverwaltung und die Partition von der SSD löschen, denkste, geht nicht. Meiner Ansicht nach, hätte hier Otto Normal-Computerbenutzer die SSD zurückgeschickt. Man kann aber auch ein Linux von einer Live-CD booten, in meinem Fall "Parted Magic".

Hier ganz kurz wie ich vorgegangen bin, um die "fehlerhafte" Partition zu löschen:

  1. Festplatte via USB verbunden
  2. mit dmesgherausgefunden um welches Block-Device es sich halt (hier /dev/sdb)
  3. # fdisk /dev/sdb
    > p # ausgeben der Partitiontabelle
    > d # löschen der Partiton
    > w # schreiben der neuen Partitionstabelle
    # fdisk -l /dev/sdb # überprüfen der Partitionstabelle
  4. # reboot # zurück zum Windows

Wieder im Windows konnte jetzt die "richtige" Partition geclont werden, und zwar C:\, was auch schnell erledigt war. Nun konnte ich die HDD wieder gegen die SSD tauschen, alles wieder zusammenbauen und den Laptop einschalten.

Da begrüßt mich Problem Nummer 3 mit der netten Meldung "BOOTMGR nicht gefunden". Dooh... trotzdem! ich den Master Boot Record mitkopiert habe (das bietet Norton Ghost ebenfalls). Gut das hier noch ein Windows 7 Installationsmedium herumlag, denn damit können Startoptionen, über die Reparaturkonsole gefixt werden.

Gesagt, getan, anschließend ein Reboot, um die Recovery-Odyssee abzuschließen und Windows 7 läuft wieder in der Grundkonfiguration auf der SSD.

Mir ist fraglich wie ein "normaler" Computerbenutzer seinen Rechner reparieren soll, ohne wahnsinnig zu werden, aber vielleicht hilft dieser Beitrag dem einen oder anderen dabei.