Linuxtag 2013 Tag 2


Der zweite Tag ist nun vorüber. Die angesprochene Parkplatzsituation hat sich entspannt, man muss halt nur den richtigen wählen :D .  Mir ist aufgefallen, dass es anscheinend nur ausgewählte Personen "Club Mate" bekommen, dafür gab's im CMS-Garden aber die üblichen Messemitbringsel.
Messemitbringsel


So und nun zu meinem Vortragsprogramm an Tag 2.

Django 1.5 - Erste Schritte und neue Features
Sprecher: Markus Zapke-Gründemann
Markus hat hier eine Einführung zum Python Web-Framework Django gegeben. Er ist auf die Architektur (siehe Slide aus dem Vortrag) und die Komponenten, die Django von Haus aus bietet, eingegangen. Hier ein paar Beispiele:

  • Sessions-Management
  • Authentifizierung
  • Formular- und Validierungsframework
  • Internationalisierung
  • Lokalisierung
  • Testing
  • Caching
  • Security
  • File Storage API
Wem das nicht reicht, kann über den Python Package Index unzählige Module nachinstallieren.

Herausgehoben wurde der Django-Admin, über den die Inhalteverwaltung, basierend auf der Datenbankstruktur (den Models) geschieht. Weiterhin hat Markus die Neuerungen in Django 1.5 angesprochen, dazu zählen:

  • experimenteller Python 3 Support
  • konfigurierbare Usermodel
  • Speichern von Modelsubsets
  • verbessertes HTTP-Streaming
  • Unterstützung von PostGIS2.0

Django wird von vielen Projekten und Unternehmen eingesetzt, unter anderem, Washington Post, ubuntuusers.de, Vodafon, BitBucket, Mozilla Add-Ons oder VMWare.

Die Slides zum Vortrag gibt's hier: https://speakerdeck.com/keimlink/django-1-dot-5-erste-schritte-und-neue-features
Und wer mehr über Django oder Python erfahren möchte, ist hier richtig:
https://www.djangoproject.com
http://python-verband.org
http://python.org

Which filesystem should I use?
Sprecher: Heinz Mauelshagen
Hier ging es um Vorteile und Nachteile der lokalen Linux-Dateisysteme ext3, ext4, xfs und btrfs. Meine Notizen dazu sind folgende (wenn auch nicht vollständig):
ext3:

  • langsames block mapping
  • langsames fsck für große Dateisysteme mit vielen Dateien
  • langsamer als andere lokale Dateisysteme
  • 16 TB Dateisystemlimit und 2 TB Dateigrößenlimit
  • dafür ist es aber weit verbreitet und die Admins wissen in der Regel womit sie es zu tun haben

ext4:

  • kleine Dateien werden effizient gespeichert
  • höhere Bandbreite als ext3
  • schneller bei mkfs und fsck (10x gegenüber ext3)
  • nicht benutzbar für die heutigen, riesigen Dateisystemgrößen

xfs:

  • geeignet für große Speichersysteme
  • > 16TB
  • hohe Bandbreite
  • nicht allzu bekannt
  • keine in-place-Migration von ext-Dateisystemen
  • Performance-Probleme mit Meta-data workloads (rm -rf kann lange dauern)

btrfs:

  • internes Raid
  • Snapshot/clone
  • Kompression
  • Data integrity checks für Meta- UND Benutzerdaten (checksums)
  • dynamisches vergrößern und verkleinen (beides online)
  • in-place ext conversion (vor und zurück), dank der Snapshots
  • noch nicht weit verbreitet und bekannt
  • kein full-featured fsck
  • noch nicht für den produktiven Einsatz empfohlen

Weiterhin waren auf den Slides einige Dateisystems-Tools zu finden, die ich hier nur in den Raum werfe:
e2fsprogs, xfsprogs, btrfs-progs, fstrim, ssm (Vereinheitlichung des Dateisystem Managements)
Zusammenfassend ist wohl zu sagen, btrfs ist der heiße Scheiß den man einsetzen möchte, sofern es denn mal fertig ist.

Puppet, klar. Und dann?
Sprecher: Thomas Gelf
In diesem Vortrag wurden weiterführende Puppet-Themen besprochen. Dazu gehörten:

  • Abhängigkeiten beim Management, Run Stages
  • systemübergreifende Konfiguration (Clustermitglieder, automatisches Eintragen von known_hosts Fingerring, sobald ein neuer Rechner ausgerollt wird)
  • PuppetDB
  • MCollective: MQ-basierte Software zur Steuerung von Servers
  • Node-Definitions
Ohne die Basics sind die o.g. Punkte aber böhmische Dörfer, um sich diese jedoch anzueignen, gibt es ein paar Anlaufstellen:
Puppet Docs: http://docs.puppetlabs.com/learning
Puppet Fundamentals: http://www.netways.de/de/units/training/puppet/

Systemadministratoren: "Überleben" in einer agilen Welt
Sprecher: Ralph Angenendt
Es ging mit einer Übersicht los, inwieweit sich die Softwareentwicklung im Laufe der Zeit gewandelt hat, nämlich vom Wasserfallmodell zu Scrum und was das für einen Administrator bedeutet. Und zwar muss Software nun nach kurzen Entwicklungszyklen (Sprints) und kontinuierlich deployt werden, wobei die herkömmliche Arbeitsweise der Administration nicht mehr funktioniert. Ralph hat in seinem Vortrag erklärt, wie sein Team die Herausforderungen mit Hilfe von Kanban meistert.

Kanban - der aktuelle Stand


Beyond open source configuration management - Rapidly building any cloud at scale
Sprecher: Tom Hatch
In diesem Vortrag wurde Salt, eine in Python entwickelte Software zum  Configuration Management und der Orchestration von Servern, seeeehr philosophisch erklärt.
Salt stellt eigentlich die gleichen Funktionalitäten wie Puppet oder Chef bereit (auch wenn Tom Hatch das nicht gern hören wird), erweitert diese aber durch ein Monitoring der States, wenn ich das richtig verstanden habe.
Unter http://saltstack.com/community.html findet man alle weiteren Information.

That's it. Die Vorträge waren alle sehr gelungen, nur dass die Sprecher leider wenig Zeit haben, somit werden viele Dinge lediglich angerissen, schade.